Seit 50 Jahren obenauf
Der feuerrote VW-Bus, mit dem Ende der 1970er Jahre die Handballer der C-Jugend kutschiert wurden, war damals weit über die Grenzen Seulbergs bekannt. «Sogar in Frankfurt wusste damals jeder, dass da die Nachwuchshandballer aus Seulberg kommen», erinnert sich Joachim Lenz. Das Mannschaftsfoto zählt zu den Schätzen, die Joachim Lenz gemeinsam mit Lars Krinke und Georg Springer im Vereinsarchiv und in dem ein oder anderen Fotoalbum der Mitglieder des Sportvereins Seulberg (SV) ausgegraben hat. Anlass für die Reise in die Vergangenheit ist das 50-jährige Bestehen der Handballabteilung.
«Wir sind gerade dabei, Fotomaterialien zusammenzutragen und Vereinsmitglieder zu interviewen», erklärt Abteilungsleiter Lars Krinke (38). «Denn pünktlich zu unseren Feierlichkeiten wollen wir eine Festschrift mit einer Chronik präsentieren. Eine Herausforderung ist für uns, dass es kaum noch Gründungsmitglieder gibt, die uns von damals berichtet können.» Das einzige schriftliche Dokument zur Gründung der Abteilung ist ein Presse-Bericht vom 12. März 1959: «Darin ist zu lesen, dass damals unsere Handballabteilung aus einigen Aktiven aus dem Seulberger Turnverein hervorgegangen ist. Im TV gab es einige, die dort schon länger Feldhandball gespielt hatten. Treffpunkt war der Sportplatz der Fußballer des SV. So bestand bereits ein guter Kontakt zwischen den beiden Vereinen.»
Einen Handball-Boom erlebten die Seulberger Handballer Anfang der 1970er Jahre als die Turnhalle im Landwehrweg fertiggestellt war. «Das schlug sich nicht nur bei den Mitgliederzahlen nieder», meint Krinke, selbst seit 20 Jahren aktiver Handballer und seit sieben Jahren Abteilungsleiter. «Es stellten sich auch sportliche Erfolge ein.» So stieg der Verein von der D-Klasse bis in die Bezirksliga auf. Die Glückssträhne hielt bis Ende der 1980er an. Vor allem von 1981 bis 1988 waren die Glanzzeiten der Handballer: «Während dieser Zeit spielten wir in Hessens höchster Spielklasse, der Oberliga.»
In der Euphorie des Erfolgs, so Krinke weiter, wurde die Jugendabteilung ausgebaut, und es gab zum ersten Mal auch eine Damenmannschaft. Und die Erfolgsgeschichte dauert, bis auf eine kurze Unterbrechung, bis heute an. «Wir sind der dienstälteste Verein in der jetzigen Bezirksoberliga.» Zudem spielt die Damenmannschaft seit zwei Jahren ebenfalls in der Bezirksoberliga. Auch der Handballernachwuchs kann sich sehen lassen. «Unsere Abteilung hat insgesamt 400 Mitglieder, darunter 130 Jugendliche. Doch wir suchen immer Aktive», betont Krinke. «In unserem Jubiläumsjahr wollen wir verstärkt auf unseren Sport aufmerksam machen, um Handball in Seulberg noch populärer zu machen. Was uns in unserer Vereinfamilie fehlt, sind Menschen in der Altersgruppe der 40 bis 50-Jährigen.»ksp